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Dem iranischen Programm der Vernichtung entgegentreten – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

14. Januar 2008

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Dem iranischen Programm der Vernichtung entgegentreten
– auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

Die Mullahs bereiten eine nukleare Waffe vor und ihr Hauptziel sind die Juden.“ (de Winter 2008, 12).

Die linken Apologeten des iranischen Nuklearprogramms werden nicht müde stets damit zu argumentieren, dass auch der Iran – wenn man anderen Staaten Atomwaffen zubillige– ein Recht darauf hätte – vor allem da ja auch die USA und vermutlich auch Israel Atomwaffen besitzen; ebenso wird beständig auf den so genannten „Kalten Krieg“ verwiesen, in dem es ja auch zu keinem Einsatz – trotz der gegebenen Möglichkeit – von Atomwaffen gekommen ist und sich eine Art „Gleichgewicht des Schreckens“ eingestellt hätte. Ausgeblendet wird dabei jedoch geflissentlich, dass es sich selbst bei der UdSSR um ein zum größten Teil rational handelndes Regime gehandelt hat, für das der eigene Selbsterhalt und der Selbsterhalt des Landes eine durchaus gewichtige Rolle spielte. Solche Umstände gelten für den Iran nicht, vielmehr ist der Iran als der Selbstmordattentäter unter den Staaten zu verstehen; der ideelle Gesamt – suicide bomber, der sich anschickt, als kollektiver suicide bomber zur Tat zu schreiten. Bereits 1980 erklärte Khomeini in einer Rede in Qom: „Wir beten nicht den Iran an, wir beten Allah an … ich sage, soll dieses Land (der Iran) brennen. Ich sage, soll dieses Land in Rauch aufgehen, vorausgesetzt, der Islam erweist sich als siegreich.“ ( zit. n. Morris 2007). Dieses Zitat zeigt exemplarisch den, der islamischen Revolution des Irans inhärenten, Todeskult und die Bereitschaft bei Verfolgung der Ziele den eigenen Tod und den Verlust der Heimat hinzunehmen, sofern diese dem politischen Islam dienen; gerade auch was die Zerstörung Israels anginge und die daraus resultierenden (mögliche) Folgen für den Iran. Ist doch dem politischen Islam (neben dem Nationalsozialismus) der Freudsche Todestrieb immanent – was sich letztendlich im suicide attack und der islamistischen Parole: „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.“ artikuliert.
Und so kann man sich sicher sein, das iranische Regime wird „nicht ohne Gewalt verschwinden. Der Schah und seine Bourgeoisie hatten andere Prinzipien: Sie hingen an ihrem Leben. Die Mullahs dagegen verherrlichen Krieg und Tod.“ (Amirsedghi 2008, 29).
Die Gefährlichkeit dieses „Unstaat“1 (Neumann) liegt maßgeblich in der Kombination von apokalyptischem Märtyrertum, Antisemitismus und der Technologie der Massenvernichtung begründet (vgl. Grigat 2008, 20).
Anhand dessen, dass das iranische Regime nicht ohne Gewalt2 verschwinden wird und dass das Atomprogramm nicht ohne selbige gestoppt werden kann, wird einmal mehr die antifaschistische Bedeutung des War on Terror – und sein ihm inne liegendes Potential von Emanzipation und Bewahrung von Aufklärung, (bürgerlicher) Freiheit und zivilisatorischen Mindeststandards, unter denen eine Emanzipation des Menschengeschlechts überhaupt noch denkbar bleiben kann – klar: „Der War on Terror, den die USA seit 9/11 und die Israelis seit einigen Jahrzehnten führen, ist ein Krieg gegen den islamischen Faschismus. Er muss dann kritisiert werden, wenn er nicht als solcher geführt und benannt wird. Ansonsten verdient er die Unterstützung eines jeden, dem eine über sich selbst aufgeklärte Aufklärung und die Orientierung auf die allgemeine Emanzipation nicht schon völlig egal sind.“ (Grigat 2008, 36).
Es ist nicht zu erwarten das sich in absehbarer Zeit eine Masse der Iranischen Bevölkerung gegen das Atomprogramm des Regims stellen wird, da außer der Vernichtungsabsicht gegenüber Israel, die Iraner in eine großen Mehrheit das Atomprogramm für ein nationales Prestige Projekt halten. Ähnlich wie bereits vor dem Irak Krieg 2003 fordern Friedensbewegte, die durchaus eine Gefahr im Iranischen Atombombenprogramm sehen, das der Widerstand aus der „Arbeiterbewegung“ des Irans kommen sollte. Diese zwar existente Bewegung scheint aber in den letzten Jahren ähnlich wie die Studentenbewegung zu schwach, um den Mullahs in den Arm zu fallen. Ein Regime Change von Innen heraus ist jetzt und auch nicht in Zukunft herbeizuführen. Die iranische Regierung lässt Unruhestifter inhaftieren und exemplarisch Hinrichten. Wenn man gefahr läuft für das verteilen eines Flugblattes aufgehängt zu werden, ist es nahezu unvorstellbar, dass sich eine Opposition in einer solchen Starke formieren kann welche nötig wäre um das Quasi- faschistische Regime zu stürzen. An dieser Stelle wird auch einmal mehr der Unterschied zu einem bürgerlichen Rechtsstaat deutlich, in dem der Kommunismus immerhin denkbar ist. Aufgrund dieser Tatsache wird verdeutlicht, warum die westliche (kapitalistische) Zivilisation den islamischen Regimes mit ihren vorbürgerlichen Zuständen vorzuziehen ist. Dies beeinhaltet keinesfalls ein Appeasment mit kapitaler Vergesellschaftung, sondern ausschliesslich die Verteidigung zivilisatorischer Mindeststandards, um den Weg in eine Welt freier Individuen nicht gänzlich verbauen zu lassen. Eine von außen ermöglichte Einschränkung der Mittel in Form von Wirtschaftssanktionen wurde nicht mit der notwendigen Konsequenz unterstützt und so ist nun diese Möglichkeit, die Einfuhr zur Bombe benötigter Materialien zu erschweren oder sogar ganz zu stoppen nicht genutzt worden. Die Bombe und die damit verbundenen Konsequenzen sind eingereist und die Antwort auf alle großen Probleme scheint gefunden.
Nicht, dass das so genannte „Nahost-Problem“ der einzige Antrieb der Mullahs und ihrer Vollstrecker für die Vernichtung Israels wäre, doch auch jenes würde nur „durch die Vernichtung und Zerstörung Israels gelöst“ werden; so erklärte Ali Khamenei, Nachfolger von Ayatollah Khomeini, im Jahre 1999 (zit. n. Grigat 2008, 17). Nachdem Khamenei im Jahre 1997 Scheich Yassin, dem damaligen Anführer der palästinensischen Hamas, zusicherte, dass der Iran das „Krebsgeschwür“ (zit. n. Grigat 2008, 17) Israel „nicht einmal für eine Stunde anerkennen“ (ebd.) werde.
Werden die Juden – im Denken der Antisemiten – als das „Krebsgeschwür“ innerhalb des (organischen) Volkskörpers gesehen, dass es auszumerzen gelte, gilt Israel als der „Jude unter den Staaten“ (Doron Rabinovici), und somit als „Krebsgeschwür“ in der arabischen Staatenwelt. Der Antisemit imaginiert sich die Juden als „Gegen-Volk“ und als solches sollen sie vernichtet werden; mittlerweile ist es jedoch so, „dass dieses Gegen-Volk eine andere politische Form angenommen hat und nun als der Jude unter den Staaten verfolgt wird – als Gegen-Staat. Der Vernichtungswahn stellt sich dementsprechend um. Wurden die Juden im Dritten Reich von Angesicht zu Angesicht verfolgt, werden sie nun als Staat namhaft gemacht und mit Vernichtung bedroht. Im islamischen Land dürfen sie leben, solange sie mit diesem „zionistischen Gebilde“ keine Verbindung haben.“ (Scheit 2008, 70).
Bereits heute feuert der Iran – indirekt – seine Raketen auf Israel; so sind die Mörderbanden des politischen Islams wie Hisbollah und Hamas finanziert und unterstützt vom Iran (vgl. Scheit 2008, 66).
Mit einem nuklear bewaffneten Iran wäre es Israel kaum noch möglich sich adäquat gegen die Angriffe dieser Mörderbanden zur Wehr zu setzen; ebenso würde sich wohl in einem solchen Fall, kein arabisches Regime dazu bringen lassen einen Friedensschluss mit Israel in Erwägung zu ziehen. So würde auch ohne den Einsatz der atomaren Bombe, der Besitz jener durch den Iran ausreichen, um die Einwohnerzahl Israels deutlich zu dezimieren; 27 Prozent der in Israel lebenden Israelis überlegen bereits heute, Israel zu verlassen, im Falle dessen, dass der Iran in den Besitz einer atomaren Bombe gelangt (vgl. Grigat 2007).

Kennt der Hass auf Israel und die USA in Deutschland keine Grenze zwischen rechts und links, ist dementsprechend auch oder gerade was den Iran angeht keine solche erkennbar; so erklären führende Vordenker aus den Reihen der NPD wie Jürgen W. Gansel ihre Solidarität mit dem Iran, dessen freibestimmte Nutzung der Atomenergie und dem Kampf gegen den „Staatsterrorismus“ Israels und den „Neokolonialismus“ der USA. Sein Volksgenosse Sascha Roßmüller erklärt iranischen Journalisten, dass er – nach der Erringung der Macht der NPD in Deutschland – Ahmadinejad Deutschland als Bündnispartner zur Verfügung stellen werde. Währenddessen betont Oskar Lafontaine die Überschneidungen zwischen linken und islamischen Vorstellungen und stellt die Frage danach, wenn man Israel ja das Recht auf Atomwaffen einräumen würde, warum man es dem Iran nicht ebenfalls einräume; andere linke Freunde des Irans rufen gleich zur Verteidigung des Irans im Falle eines Krieges auf (vgl. Grigat 2008, 25f.) und die Linken der „Liga der sozialistischen Revolution“ fordern für den Iran das Recht ein „nukleare Anlagen zu errichten und zu nutzen – zu friedlichen wie auch militärischen Zwecken“ (zit. n. Grigat 2008, 26). Gerade auch die neue Galionsfigur der Linken – Hugo Chavez – übt sich im innigen Schulterschluß mit Ahmadinejad, dem Iran und dessen antiimperialistischer Mission gegen die USA und Israel. Auch die anderen neu-alten Helden der lateinamerikanischen Linken von Morales bis Castro stehen in ihren Solidaritätsbekundungen mit dem Iran und seinem Präsidenten in nichts nach (vgl. Grigat 2008, 27). So sind es die USA, die derzeit – neben Israel – deutliche Worte finden, was den Iran und seine Bestrebungen der atomaren Bewaffnung angeht und Israel auch entsprechend unterstützen (werden) – Europa hingegen übt sich im Großen und Ganzen im Appeasement mit dem Iran, gerne auch „kritischer Dialog“ genannt.

Wenn heute Ahmadinejad und seine Mitstreiter regelmäßig und in aller Öffentlichkeit verlauten lassen, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen o.ä., dann muss man dieses Ansinnen ernst nehmen. Denn man sollte aus den blutigen Erfahrungen der Geschichte, der durchgeführten Vernichtung der Juden und Jüdinnen durch die Deutschen (die eben nur durch das militärische Eingreifen der Alliierten gestoppt werden konnte und nicht durch Appeasement), begriffen haben, dass Antisemiten es mit ihren Vorhaben, so wahnwitzig diese auch erscheinen mögen, durchaus ernst meinen; auch oder gerade dann, wenn die Judenmörder (damit) ihren eigenen Untergang mit einkalkulieren.

„Der zweite Holocaust wird vollkommen anders sein. Eines schönen Morgens in fünf oder zehn Jahren – vielleicht während einer Krise in der Region, vielleicht aus heiterem Himmel –, einen Tag oder ein Jahr oder fünf Jahre, nachdem der Iran sich die Bombe beschafft hat, werden die Mullahs sich in Qom zu einer Geheimsitzung treffen, unter einem Porträt des stählern dreinblickenden Ayatollah Khomeini. Die nötigen Befehle werden erteilt werden, und die Shibab-III- oder IV-Raketen werden abheben in Richtung Tel Aviv, Beer Scheva, Haifa und Jerusalem.
Bei einem Land von der Größe und Gestalt Israels werden vermutlich vier oder fünf Treffer genügen: Kein Israel mehr. Eine Million Israelis in Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und dem Umfeld dieser Städte wird auf der Stelle tot sein. Zusätzliche Millionen werden radioaktiv verstrahlt werden. Israel hat ungefähr sieben Millionen Einwohner. Kein Iraner wird auch nur einen davon sehen oder berühren. Es wird völlig unpersönlich sein.“ (Morris 2008, 288).

comité liberté, im Juni 2008

Amirsedghi, Nasrin 2008: Interview „Wenn sie die Bombe kriegen, werden sie Israel zerstören.“ in konkret 6/Juni 2008 (S.28f.).

de Winter, Leon 2008: „Für Boykott und Regime Change! Ein Vorwort“ in: Grigat, Stephan/ Hartmann, Simone Dinah: „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“, StudienVerlag, Innsbruck (S. 12).

Grigat, Stephan 2007: „Die iranische Bedrohung“ (http://www.cafecritique.priv.at/pdf/iranischeBedrohung.pdf )

Grigat, Stephan 2008: „Die iranische Bedrohung. Über die Freunde der Mullah-Diktatur und den Existenzkampf des jüdischen Staates.“ in: Grigat, Stephan/ Hartmann, Simone Dinah: „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“, StudienVerlag, Innsbruck (S. 16 – 36).

Morris, Benny 2007: „Der zweite Holocaust“ (http://www.welt.de/print-welt/article706570/Der_zweite_Holocaust.html)

Morris, Benny 2008: „Der zweite Holocaust“ in: Grigat, Stephan/ Hartmann, Simone Dinah: „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“, StudienVerlag, Innsbruck (S. 288 – 289).

Scheit, Gerhard 2008: „Der neue Vernichtungswahn und seine internationalen Voraussetzungen. Wodurch sich Ahmadinejads Islamische Republik von Hitlerdeutschland unterscheidet.“ in: Grigat, Stephan/ Hartmann, Simone Dinah: „Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“, StudienVerlag, Innsbruck, (S. 58 – 78) .

  1. Franz Neumann bezeichnete in seiner Untersuchung „Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933- 1944“ den NS-Staat als „Unstaat“, da in diesem keine formal oder funktionell einheitliche souveräne politische Gewalt existiert, sondern in mehrere politische Gewalten in Form von Rackets und Banden zerfalle. Ähnliches konstatiert Gerhard Scheit in seinem Artikel „Der neue Vernichtungswahn und seine internationalen Voraussetzungen“ (Scheit 2008) für den Iran. [zurück]
  2. Da die Möglichkeit zur effektiven Sanktionierung des Irans, eine Sanktionierung, die den Bau der Bombe aufgrund fehlender technischer Kapazitäten verunmöglicht hätte, nicht genutzt wurde. [zurück]

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