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Deutsche Friedensfreunde machen mobil

27. Juni 2006

Deutsche Friedensfreunde machen mobil
(Redebeitrag des comité liberté anlässlich der Kundgebung am 12. August in Marburg)

Gerne hat man bereits größtenteils die Bilder und Aussagen der antiamerikanischen Massenmanifestationen des deutschen Friedenmobs, anlässlich des Irakkrieges, im Jahre 2003 vergessen bzw. verdrängt – die Bilder eines Friedensmob, der kein links, kein rechts mehr kannte bzw. kennen wollte, sondern nur noch friedfertige Deutsche – einig in ihrem Hass auf die USA und in ihrer zärtlichen Solidarität mit Saddam Hussein.
Hussein ausgestattet mit deutschem Giftgas und deutschem Know-how zur Aufrüstung seiner Scud-raketen, wodurch ihm es möglich wurde auch israelische Städte mit seinen Raketen zu erreichen. Er war zur Genüge ausgestattet um damit das deutsche Projekt der Vernichtung der Juden weiterzuführen – vielleicht daher die solidarische Zärtlichkeit? Glücklicherweise konnte er in Israel – auch wenn er es lange genug in Angst und Schrecken hielt – nicht durchführen, was Tausende auf irakischem Territorium ereilte: den massenhaften Mord durch Giftgas. Man kann sich sicher sein, dass diejenigen, die sich damals in zärtlicher Solidarität mit Saddam Hussein übten, sich nun heute in derselben zärtlichen Solidarität mit den antisemitischen Terrorbanden wie Hamas oder auch der Hisbollah üben. Ebenso wie die USA, ist auch Israel, der ewige Feind eines jeden aufrechten deutschen Friedensfreund – findet sich die deutsche Friedensbewegung doch gerade in ihrem Hass auf die USA und Israel zu sich selbst. Halten sich die öffentlichen Massenmanifestationen auf der Strasse momentan noch in gewissen Grenzen, rüstet das deutsche Feuilleton und mit ihm die deutsche Linke, Seite an Seite mit Islamisten und anderen Hisbollah-Freunden für den Friedensfeldzug. Leid- und schmerzvoll mussten einige Antifaschisten den Charakter dieser Manifestationen spüren als sie am Rande von diesen sogenannten Friedensdemos bspw. in Göttingen und Saarbrücken ihre Solidarität mit Israel bekundeten.
Als hätte der Krieg im Nahen Osten erst vor einigen Tagen begonnen – der Krieg begann in der Nacht vom 14. auf den 15.Mai 1948, wenige Stunden nach der Gründung des Staates Israels, als dieser von den Armeen fünf umliegender Staaten angegriffen wurde: den Armeen Ägyptens, Transjordaniens, Syriens, Iraks und des Libanons; offenbar deshalb weil diese Staaten einen jüdischen Staat, der Heimstatt, Zuflucht und Schutz für Juden und Jüdinnen weltweit bietet, an ihrer Seite nicht ertragen konnten und wollten. Jedoch wird der deutsche Friedensbewegte auch diese Tatsache geflissentlich umzudeuten wissen und Israel als den Schuldigen für die Aggressionen der umliegenden Staaten ausmachen – sowie seit jeher die Ursache des Antisemitismus in den Juden gesucht und gefunden wird und eben nicht beim Antisemiten.
So nimmt, um mit den Worten der Initiative Sozialistisches Forum aus Freiburg zu sprechen, die militante Aufklärung derzeit die Gestalt des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, sowie der Panzer und derzeit vor allem Flugzeuge der israelischen Armee an, als die historisch derzeitig einzig mögliche Form. Dies „versetzt natürlich diejenigen in basses Erstaunen und helle Empörung, die von der Aufklärung nur gerade den „Aufkläricht“ (Ernst Bloch) behalten haben, der hinreicht, sich für das desaströse „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ ob proletarisch-sozialistisch à la Lenin, bürgerlich-demokratisch à la Wilson oder völkisch-nazifaschistisch à la Hitler zu engagieren[…][Olmert] jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren „Antifaschismus“ sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert.“ (ISF „Der Kommunismus und Israel“ (S.8 und 9))
Wenn Jeff Black, Bewohner eines nordisraelischen Kibbuz, berichtet: „Es gibt keinen sicheren Platz in Israel“ zeigt einmal mehr die Notwendigkeit eines „Sommerregens“, um zumindest eine der antisemitischen Terrorbanden, zu stoppen oder zumindest entscheidend in ihren Aktionen zu beschränken. Kein Staat der Welt würde es zulassen, dass seine staatliche Souveränität angegriffen wird, seine Existenz versucht wird auszulöschen, seine Staatsbürger tagtäglich Opfer des Terrors werden – und erst recht nicht ein Staat Israel dessen oberste Prämisse ist: Juden und Jüdinnen weltweit Schutz vor antisemitischem Terror und Vernichtungswünschen zu bieten. Die Zerschlagung antisemitischer Terrorbanden und das Verunmöglichen ihres Geschäftes, dem des Judenmordes, muss unsere volle Solidarität und Zustimmung zukommen – und solange die Hisbollah nicht zerschlagen ist und die Möglichkeit zur praktischen Ausführung des Judenmords unterbunden wurde, solange freuen wir uns zumindest wenn die Verbreitung antisemitischer Propaganda gestoppt wird, wie die des Hisbollah-eigenen Propagandasender Al Manar, der weltweit seinen antisemitischen Hass mittels Fernsehbilder artikuliert wie z.B. in der mehrteiligen Serie Al-Shatat, in der das Mär der jüdischen Weltverschwörung erneut gesponnen wird. So werden in dieser besagten Serie die Juden als diejenigen Schuldigen ausgemacht, die Tod und Verderben über die Menschheit gebracht hätten, die beide Weltkriege ausgelöst hätten, die die Chemiewaffen erfunden hätten und Hiroshima und Nagasaki mit Atombomben zerstört hätten (vgl. Matthias Küntzel „Von Zeesen bis Beirut“). Wenn nun dieser Sender seine antisemitische Mordbrennerei über Satellit, erst einmal nicht mehr weiter fortsetzen kann weil die Israel Defense Forces wieder einmal Antifaschismus praktisch hat werden lassen und eben mittels Waffen die Verbreitung von antisemitischer Propaganda unterbunden hat, ist dies unsrerseits nur zu begrüßen.
So kann man den Veranstaltern der heutigen Kundgebung nur vollständig recht geben wenn sie schreiben:
„Mit Antisemiten redet man in der einzigen Sprache, die sie leider nur verstehen, in der Sprache der Gewalt, und Staaten, die den Terror tolerieren, wenn nicht gar hofieren, zeigt man mittels F-16, was erwartet werden darf, wenn tote Juden gern gesehen oder herzlich egal sind“
In diesem Sinne gilt unsere Solidarität, den Soldaten und Soldatinnen der IDF, in ihrem Kampf gegen die antisemitischen Terrorbanden heißen sie Hamas, Islamischer Djihad, PFLP, Volkswiderstandskomitee oder eben Hisbollah, in ihrem Kampf um den Schutz des Staates Israels vor antisemitischen Übergriffen und der Sicherheit der Bürger des Staates Israel.
Eine befreite Gesellschaft kann und darf es nicht auf den Trümmern eines zerstörten Israels geben – deswegen ist all denen, die diesem Unterfangen Vorschub leisten entgegenzutreten, sei es in der Form von Islamisten oder sei es in der Form von deutschen Friedensfreunden oder anderen deutschen Linken.

comité liberté im August 2006

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