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Flugblatt zu „Paradise Now“

26. Juni 2006

Die Rechtfertigung des Judenmordes
und des Krieges gegen Israel

„Paradise Now“ wurde auf den 55. internationalen Filmfestspielen in Berlin der AGICOLA-Preis „Der blaue Engel“ für den besten europäischen Film verliehen, doch damit nicht genug.
Weiterhin wurde er mit dem Amnesty International-Filmpreis, sowie dem Zuschauerpreis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet. Auch das Deutschland Radio lobte den Film als „authentisch“ und deshalb eben nicht „propagandistisch“. Eine weitere Adelung, erfuhr der Film, durch das ihm verliehene Prädikat „besonders wertvoll“, welches ihn als Unterrichtsmaterial für Schulklassen empfiehlt.

Doch worum geht es denn eigentlich in dieser deutsch-niederländisch-französischen Co-Produktion?

Bei „Paradise Now“ handelt es sich um einen Film der sich, wie einige andere, auf der Berlinale gezeigten Filme, mit dem Nahostkonflikt beschäftigt. Es wurde behauptet der Film würde keine Position beziehen und Selbstmordattentate nicht verharmlosen oder rechtfertigen. Der Konflikt würde erstmalig aus der Sicht der Palästinenser gezeigt.

Lassen wir doch den Regisseur des Films Hany Abu-Assad zu Wort kommen, der in einem Interview folgendes von sich gab: „Die Selbstmordanschläge sind eine Folge der Unterdrückung, die zuerst aufhören muss. (…) Ich bin gegen die Tötung von Menschen, und ich will das stoppen. Aber ich verurteile die Selbstmordattentäter nicht. Für mich ist das eine sehr menschliche Reaktion auf eine extreme Situation.“
Diese Äußerung beinhaltet den Gedanken, dass Juden durch ihr Verhalten selbst für den Antisemitismus, welcher sie vernichten will, verantwortlich sind. Sie macht sie zu den Schuldigen und ihre antisemitischen Mörder zu Opfern – und das alles ist für Abu-Assad ganz verständlich.
In einem Interview mit Kulturzeit auf 3sat berichtete Hany Abu-Assad, dass er sich, bei den Vorbereitungen zu „Paradise Now“, mehrfach mit palästinensischen Selbstmordattentätern getroffen hat und von deren geplanten Aktionen Kenntnis erlangte.
Davon nicht umgehend die Sicherheitskräfte in Kenntnis zu setzen, gilt aus guten Gründen als justiziable Unterstützung des Terrorismus, was sowohl in Israel, dessen Staatsbürger Abu-Assad ist, als auch in Deutschland, von dem er regierungsamtliche Förderung erhält, als Straftat gilt.
Dass der Film keine Position bezieht, lässt sich bei den Äußerungen und dem Handeln des Regisseurs von vornherein ausschließen.

Im Film werden die Palästinenser als, von den Israelis, unmenschlich Unterdrückte dargestellt, deren einzige Möglichkeit der Krieg gegen Israel sei. Dies schließt, in der Logik des Films, selbstverständlich auch Selbstmordanschläge, das sogenannte „suicide bombing“ mit ein. Es gibt im Film keine Position, welche sich eindeutig gegen die Selbstmordanschläge bezieht. Said und Khaled, die beiden Hauptfiguren des Films, träumten schon lange davon sich endlich gegen „die Besatzer“ zu wehren, also im Klartext: Zivilisten in die Luft zu jagen, weil deren Verbrechen nicht zu entschuldigen ist: Sie sind Juden.
Der einzige Mensch der sich gegen diese antisemitischen Morde richtet ist Saids Freundin, sie fordert den „moralischen Krieg“. Doch nicht weil sie die Widerwärtigkeit dieser Anschläge erkennt, sonder weil man sich sonst, so ihr Argument, mit den Israelis und ihren Methoden gleich mache.
Die Aussage ist klar: Der Krieg gegen Israel ist legitim, die Israelis sind am Leid der Palästinenser schuld und die Selbstmordattentäter sind verzweifelte Jungen.

Israel wird im Film als anonyme, mordende Besatzungsmacht dargestellt und das Publikum darf, während des gesamten Films, keinen Israeli näher kennen lernen. Dies würde ja auch den Sinn des Films verfehlen, schließlich geht es um Palästinenser und ihr Leiden und nicht um ihre Unterdrücker; auch würde es die bedingungslose Einfühlung in die palästinensische Sache erschweren oder noch schlimmer: verhindern.
Den einzigen Juden, der nicht nur als schemenhaftes Wesen dargestellt wird, ist derjenige, welcher für Geld, selbst den Mord an Anderen in Kauf nimmt und die beiden Selbstmordattentäter nach Israel schmuggelt. Er handelt nach dem antisemitischen Ressentiment: Dass die Juden nur auf den schnöden Mammon fixiert sind und das diese „Unmenschen“ nicht einmal vor Mord zurückschrecken.

Als es Said, nach wildem hin und her, nach Israel geschafft hat, steigt er an einer Haltestelle dennoch nicht in einen ankommenden Bus, der ein optimales Ziel für ihn darstellen würde. Er zögert als er ein kleines Mädchen sieht, welches beim Busfahrer steht. Said bricht die Aktion darauf hin ab. Denn ein Kindermörder ist er, sind seine Vorbilder von Hamas und Islamischem Djihad, auf keinen Fall. Der Kindermörder und das wissen ja alle,- ist Israel, sind die Juden.
Das dies empirisch belegbarer Unsinn ist, spielt keine Rolle – wir befinden uns ja gerade in einem Propagandafilm.
Said schafft es nach etlichen Umwegen dann doch, seinen Körper – also seine Waffe – in einem israelischen Bus zu positionieren. In diesem Bus sitzen fast nur Soldaten, also, in der Logik des Films, legitime Ziele. Hier besteht nicht die Gefahr, dass das Publikum einen zerfetzten Kinderkörper sieht und sentimental reagiert. Doch auch die zerrissenen Körper der Soldaten und der brennende Bus erscheinen nicht im Bild stattdessen wird der Bildschirm weiß und das Publikum kann endlich um den Mörder trauern anstatt um seine Opfer.

In diesem Film gibt es keinen Antisemitismus. Alles geschieht weil die Israelis die satanischen Unterdrücker sind. Sowohl die Charta der Hamas, wie auch die antisemitische Hetze, die in den palästinensischen Medien gegen „die Juden“ betrieben wird kommt nicht zur Sprache.

Gegen jeden Antisemitismus

Solidarität mit Israel

Comité Liberté

Anmerkung:
Von Sep. 2000 bis zum 31 Dez. 2005 sprengten sich in Israel 147 Selbstmordattentäter in die Luft. Sie Ermordeten 498 Israelis, davon 425 Zivilisten, 73 Angehörige von Militär- und Sicherheitskräften sowie 27 Personen anderer Staatsangehörigkeit. Von diesen Opfern waren 5% unter 14 Jahren und weitere 12% unter 18 Jahren.

www.matthiaskuentzel.de
www.memri.de

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